75 Tage Selbstständigkeit – Rückblick, Ausblick und eine psychologische Betrachtung

Rückblick und Ausblick Selbstständigkeit

Titelbild: eigene Aufnahme

Heute ist mein 75. Tag als selbstständige Unternehmerin. (Woohoo, wie sich das anhört: Unternehmerin…) Vor 4 Monaten hab ich mein Abenteuer “eigenes Business” gestartet. 4 Monate in denen ich einen Businessplan geschrieben, mein Unternehmen gegründet und die ersten noch wackligen Schritte in der Selbstständigkeit gegangen bin. 4 Monate in denen ich mit mir gehadert habe, wie es wohl mit diesem Blog weitergehen soll. 4 Monate während denen ich unerwartet die Liebe zu meinem alten Job wiederentdeckt habe.

Wie ich die letzte Zeit verbracht habe, wie es mir heute geht (psst… Spoiler: Super! 🙂 ) und welche Learnings ich für mich (und für DICH) aus den ersten 75 Tagen gezogen habe, liest Du hier.

Was bisher geschah

  • Das kriegst du doch nie hin!
  • Äh, mit dir will doch keiner arbeiten!?
  • Du hast doch viel zu viel Schiss!
  • So so, machste jetzt also einen auf Selbstverwirklichung … sehn wir ja wo das endet.
  • Du bist nix, du hast nix, du kannst nix, du …
  • Du: Loser!

Mit diesen freundlichen und aufmunternden Worten meines inneren Kritikers startete ich vor ein paar Monaten mein Abenteuer “Selbstständigkeit”. Noch ein paar Monate zuvor war ich durch meinen Jobverlust in eine tiefe Krise gestürzt worden und hatte alles in Frage gestellt: Meine Ausbildung, meinen bisherigen Job, meine Expertise. Kurz: Mein Selbstwert war im Keller.

Meine Reise nach Irland brachte mir dann etwas mehr Klarheit:

  • Ich wollte gerne Coach sein und anderen Frauen in meiner Situation Mut machen.
  • Ich wollte selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten (“Nie mehr Hamsterkäfig!”).
  • Ich wollte unter keinen Umständen und auf gar keinen Fall mehr Online-Marketing machen.

Keinen Plan plus Angst

Wie das Ganze funktionieren sollte, davon hatte ich zunächst keinen Plan und wie ich davon leben sollte auch nicht wirklich. Zusätzlich hatte ich eine ganz lähmende Zukunftsangst und jeglichen Glauben an mich selbst verloren.

Mehr aus Eigentherapiegründen und zu Dokuzwecken rief ich diesen Blog ins Leben und ich fing außerdem an, andere Blogs zu lesen. Ich erfuhr von anderen, ähnlichen Schicksalen, von Frauen, die den Schritt aus der Komfortzone trotz ihrer Angst gewagt hatten und die trotz ihrer Angst erfolgreich und glücklich waren.

Der letzte Anstoß, mich tatsächlich ins Abenteuer zu stürzen, gab mir der tolle Blog FreeYourWorkLife von Suzanne Frankenfeld und da ganz besonders diese Artikelserie:

YEAH! Ich mach das jetzt!

Die liebe Suzanne gab mir mit ihrer inspirierenden, mutmachenden und lustigen Art einen richtigen Motivationsschub. Die große Dankbarkeit, die ich dieser tollen Frau gegenüber empfinde kann ich gar nicht richtig in Worte fassen… Solltest Du das jemals lesen, Suzanne: Danke, danke, danke! 🙂

Nach und nach nahm ein Plan Gestalt an:

YEAH! Ich mach das jetzt halt auch mal!
(also versuchen kann ich’s ja mal … so ein bisschen … zumindest eine Zeit lang … muss ja nicht für immer…)

Herz und Angst als Wegweiser

Ich war einige Zeit von der Arbeit freigestellt und beschloss, mir jetzt erst mal meinen langjährigen Traum von der Coaching-Ausbildung zu erfüllen. “Folge Deinem Herzen” – auch ein Suzanne-Mantra, welches ich verinnerlicht hatte.

Zusätzlich fiel mir mein eigenes Lebensmotto wieder ein, was ich vor vielen Jahren mal in einem Buch von Melody Beattie gelesen hatte und was all die Jahre in mir gebrodelt hatte:

“Wo die Angst ist, geht’s lang!”

schrieb ich fett auf mein Vision-Board.

Wo die Angst war wusste ich genau. Also: nix wie hinterher!

Business-Plan und Behörden-Kram

Ok, selbstständig wollte ich also sein. Ich wollte die Gunst der Stunde nutzen und dafür Gründungszuschuss beantragen. Es war jedoch sehr unwahrscheinlich, dass die Arbeitsagentur meine Coaching-Schnapsidee fördern würde.

Da ich mich zu Beginn ohnehin durch Freelancer-Jobs finanzieren wollte, beantragte ich die Förderung für eine Online-Marketing-Beratung, erstellte einen Businessplan, meldete Gewerbe an, kümmerte mich um Steuer-Krempel, Versicherungs-Krempel, Finanzamt-Krempel und und und … (Nicht meine Welt! Gar nicht!)

Und: Was ich niemals für möglich gehalten hätte: Bäm! Ich bekomme Gründungszuschuss!

Online-Marketing: Not too bad…

Um egal welches Angebot heutzutage bekannt zu machen, braucht man Online-Marketing. Das wurde mir nach und nach schmerzlich bewussst. Da ich mit dem Thema aber eigentlich abgeschlossen hatte (siehe oben) kam ich wirklich in die Bredouille.

Doch dann begann ich nachzudenken.

Warum mochte ich meinen alten Job eigentlich nicht mehr?

Er war ganz klar mit meinem alten Arbeitgeber verknüpft. Dem Ort an dem mein Selbstwert so ramponiert wurde, dass ich alles was ich konnte in Frage gestellt habe. Mit Online-Marketing verband ich außerdem manipulative Strategien, um Menschen ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber ich bekam ja Gründungszuschuss für meine Online-Marketing-Beratung, also musste ich das auch machen.

Mit der Planung meines Unternehmens kam die Liebe zum Job zurück

Noch eher widerwillig entwickelte ich eine Strategie für mein Business. Doch irgendwann kam der Geistelblitz:

“Ich muss ja eigentlich nur mit Menschen arbeiten, mit denen ich auch wirklich arbeiten will!”

Als ich diese Erkenntnis hatte wurde plötzlich alles viel leichter. Ich muss gar nicht versuchen, mit großen Unternehmen zu arbeiten! Es gibt so viele tolle UnternehmerInnen und kleine Firmen mit großartigen Ideen, die ich unterstützen kann. Für die mache ich sehr gerne Online-Marketing! Ich hab sogar meinen Coaching-Traum in einem meiner Angebote erfüllt und biete ein Mentoring-Programm für Online-Marketing an, im Rahmen dessen ich 1:1 mit meinen Mentees an ihrem Business und Marketing arbeite.

Wenn Du mal schauen willst, was ich jetzt so treibe, geht es hier zu meiner Webseite.

Die ersten 10 Wochen in der Selbstständigkeit

Seit 1. Januar 2017 bin ich jetzt offiziell mein eigener Boss. Ich liebe mein neues eigenverantwortliches Leben. Jeden Tag entdecke ich neue Seiten und Fähigkeiten an mir. Jeden Tag werde ich ein kleines bisschen stärker, glaube ich ein kleines bisschen mehr an mich selbst. Meine ersten Kunden machen mir wahnsinnig viel Spaß und ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass meine Arbeit wirklich SINN-voll ist.

Meine Krone sitzt jetzt fest auf meinem Kopf.

Den inneren Kritiker fesseln, knebeln und in die Ecke stellen

Aber ich gestehe: Ab und zu kommt sie trotzdem wieder. Die Angst.

  • die Angst, nicht gut genug zu sein
  • die Angst, “es” nicht zu schaffen
  • die Angst doch zu versagen

Mein innerer Kritiker ist in solchen Momenten sehr präsent. Und häufig führt das dann dazu, dass ich wie gelähmt bin.

Diese Momente der Selbstzweifel sind aber gleichzeitig sehr wichtig für mich. Denn sie zeigen mir, welch einen unglaublichen Weg ich schon gegangen bin.

Die Angst lass ich zu, denn sie ist ja mein Wegweiser.

Der innere Kritiker wird dann auch mal mit Gewalt außer Gefecht gesetzt…

Wie geht es weiter auf Krone-richten?

Ich habe lange überlegt wie es hier weitergehen soll. Da der Blog ja sehr klein ist, wäre es ein Leichtes ihn wieder einzustampfen.

  • So könnte ich mich voll und ganz auf mein Unternehmen konzentrieren.
  • So könnte ich die dunklen depressiven Kapitel wieder ins Dunkle verschwinden lassen und könnte das Image der Solo-Unternehmerin pflegen.

Aber ich werde genau das Gegenteil tun! Ich habe mir selbst das Versprechen gegeben, keine Maske mehr aufzusetzen. Jede Person, die mit mir arbeitet, soll und darf meine Geschichte lesen. Und jeder der trotzdem (oder deswegen?) mit mir arbeiten will ist herzlich wilkommen.

 

Was ich (und Du) aus meinen ersten 75 Tagen Selbstständigkeit lernen können

10 Wochen sind noch nicht wirklich lang, aber einige Learnings kann ich schon mal zusammenfassen:

  • Es ist sowas von richtig, auf Dein Herz zu hören! Wenn Du auch einen Herzensruf hörst, dann folge ihm – denn das macht glücklich.
  • Such Dir ein Lebensmotto, was Dich beflügelt.
  • Kämpf nicht gegen Deine Angst an, den Kampf verlierst Du. Sieh Deine Angst als Wegweiser – denn da wo die Angst ist, ist Dein Weg und ist Wachstum.
  • Du kannst so viel mehr als Du Dir zutraust! Es gibt keinen Grund Dich klein zu machen. Setz Deinen inneren Kritiker außer Gefecht, hau ihm auf die Nase – sei die starke und mutige Frau, die Du bist!
  • Wenn Du einmal losläufst, ergeben sich viele Dinge von selbst. Verharre nicht in einer Schockstarre, nimm Dein Leben selbst in die Hand – und beginne mit dem ersten winzigen Schritt.

Natürlich  musst Du nicht gleich Dein Leben um 180 Grad drehen. Aber sicher hast Du auch einen Traum, eine Vision für Dein Leben, oder? Wie könnte Dein eigener erster winziger Schritt aussehen?

 

Anm.: Dieser Artikel erschien ursprünglich am 16. März 2017 auf meinem ehemaligen Blog “Krone-richten”.

 

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