Deine Krise als Projekt: Stell Dein Team zusammen

Projektteam Krise

Titelbild: pixabay.com

 

Wenn Du bereits im eigenen Business gestartet bist und es dann vielleicht zu einem Rückschlag oder einer wiederkehrenden depressiven Phase kommt, ist es wichtig, nicht zu verzweifeln. Such Dir Unterstützung. Ich habe hierzu damals in meinem ehemaligen Blog „Krone-richten“ diesen Artikel geschrieben:

Stell Dir vor, Du hättest ein Projektteam für Deine depressive Phase oder Krise. Menschen, die die Aufgabe haben, systematisch Dein Wohlergehen wieder herzustellen. Wäre das nicht super?

Wahrscheinlich weil ich privat eher unorganisiert bin, bin ich beruflich sehr gerne Projektmanager. Irgendwann habe ich begonnen, alles Mögliche als Projekt anzusehen. Ich überlege, welche Ressourcen ich benötige und welche Teilschritte bis zur finalen Umsetzung notwendig sind. Prinzipiell kann man aus allem ein Projekt machen – warum also nicht auch aus einer Krise bzw. aus dem Weg raus aus der Krise?

Suche Dir Dein eigenes Anti-Krisen-Projektteam

Ein Projekt steht und fällt mit dem richtigen Team. Gerade wenn Du sehr tief in der Depression steckst, ist es wichtig, Dir die beste Unterstützung zu holen, die möglich ist. Vor allem löse Dich von dem Gedanken, alles alleine schaffen zu wollen. Die Erkenntnis, dass Du Hilfe brauchst, ist bereits Dein erster Schritt um aus Deiner depressiven Phase oder Krise wieder heraus zu kommen.

Im Folgenden zeige ich Dir eine Möglichkeit, welche Rollen in Deinem Anti-Krisen-Projektteam besetzt werden können und welche Menschen – abgesehen vom Psychotherapeut – hilfreich sind. Stell Dir Dein persönliches Erfolgsteam zusammen!

Dein Hausarzt: stellt die Diagnose und überweist Dich zum Facharzt

Suche Dir einen guten Hausarzt, der Dich versteht. Dabei ist es sehr wichtig, dass die persönliche Ebene stimmt. Du solltest bei ihm oder ihr komplett ehrlich sein können. Schildere Deine Situation und wie es Dir geht. Dein Arzt wird die richtige Diagnose stellen und kann Dir auch Psychotherapeuten in Deiner Nähe nennen. Dein Hausarzt darf Dir auch Psychopharmaka verschreiben. Hier solltest Du jedoch vorsichtig sein und abklären, ob nicht vielleicht auch ein pflanzliches Präparat ausreichend ist. Mein Hausarzt hat mir damals z.B. ein Johanniskraut-Präparat verschrieben, was bei mir in Verbindung mit Psychotherapie schon hinreichend geholfen hat.

Dein Psychotherapeut: die wichtigste Rolle in Deinem Projektteam

Am allerwichtigsten ist es, dass das Vertrauensverhältnis zu Deinem Psychotherapeuten stimmt. Natürlich ist die Wartezeit auf einen Therapieplatz lange, trotzdem solltest Du Dich nicht mit dem erstbesten Therapeuten zufrieden geben. Auch in Deiner Situation, darfst Du wählerisch sein. Lass Dich bei verschiedenen Therapeuten auf die Warteliste setzen und schau Dir alle an. Dein Therapie-Erfolg hängt stark von Deinem Verhältnis zu Deinem Therapeuten ab. Dabei ist es primär nicht wichtig, dass er oder sie „nett“ ist, sondern vielmehr ob Du das Gefühl hast, dass Dir geholfen wird.

Dein Psychotherapeut hat in Deinem Projektteam die wichtigste Rolle inne, weil dort Deine Heilung geschieht!

Dein Coach: baut Dich wieder auf und plant mit Dir Deinen weiteren Weg

Wenn Du nicht ganz so tief in einer Depression steckst oder für die Zeit danach, kann ich die Zusammenarbeit mit einem Coach empfehlen. Aber auch parallel zur Psychotherapie oder um die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken ist ein Coaching eine hilfreiche Maßnahme. Ich selbst mache derzeit keine Therapie mehr, gönne mir aber einmal im Monat einen Termin bei meinem Coach.

Im Gegensatz zur Psychotherapie geht es beim Coaching sehr viel praxisorientierter zu. Du wirst Dir Deiner eigenen Stärken wieder bewusst. Du schaffst plötzlich wieder Dinge, die Du Dir nie zugetraut hättest. Dabei generierst Du Erfolgserlebnisse, die sich positiv auf Dein Selbstwertgefühl auswirken. Ein gutes Selbstbewusstsein trägt wiederum zu Deiner Heilung bei.

Wichtig zu wissen: Ein Coach darf Dich nicht therapieren, kann Dich jedoch sehr gut dabei unterstützen, Deinen Lebensweg zu planen und die Planung umzusetzen.

Dein Masseur oder Heiler: liefert Balsam für Deine Seele

Gerade in schwierigen Lebensphasen verspannen sich oft die Muskeln. Gerade wenn Du wie ich damals auch mit Schmerzen zu tun hast, solltest Du Dir deshalb einmal im Monat eine Massage oder eine entspannende Behandlung gönnen. Eine Massage streichelt dabei nicht nur den Körper, sondern auch die Seele.

Die Auswahl dabei ist riesig: Von kostenlosen Massagen über Kassenrezept bis zur einstündigen ayurvedischen Wellnessmassage, für jeden Typ und jeden Geldbeutel ist was dabei. Ich selbst habe damals Cranio-Sacral-Therapie gemacht. Diese wurde mir zwar von meinem Arzt empfohlen, die Kosten hab ich jedoch selbst übernommen.

Deine Therapie-Gruppe: suche Dir eine Gruppe von Gleichgesinnten

Wenn Du in einer schwierigen Lebensphase steckst, ist es wichtig, Dich regelmäßig mit Menschen auszutauschen, die Dich verstehen. Sie sollten sich entweder in einer gleichen oder ähnlichen Situation befinden oder eine solche bereits gemeistert haben. In einer Gruppe entsteht oft eine tolle Energie. Du erhältst Einblicke darin, wie andere mit den gleichen Umständen umgehen und kannst Dich von ihren Entscheidungen inspirieren lassen.

Je nachdem was genau Dein Problem ist, kannst Du Dich entweder an offizielle Stellen wenden (Caritas, ProFamilia) oder selbst eine Gruppe gründen, indem Du z.B. in Deinem Bekanntenkreis nach Interessenten suchst. Viele Gruppen werden auch von professionellen Therapeuten oder Coaches geleitet. Schau einfach mal im Internet. Erste Anlaufstelle könnte z.B. auch eine Facebook-Gruppe sein. Wichtig ist nur, dass Du mit Deinem Problem nicht mehr alleine bist.

Deine Freunde: Spaß und Ablenkung

Du brauchst auch Menschen, die nichts mit Deinem Problem zu tun haben. Menschen mit denen Du einfach nur Spaß haben kannst und die Dich ablenken.

Ich weiß, gerade wenn man in der Krise oder sogar Depression steckt, hat man oft keine Kraft für soziale Kontakte. Aber mach nicht den gleichen Fehler wie ich und schotte Dich komplett von der Außenwelt ab! Es ist viel einfacher, wenigstens losen Kontakt zu halten als komplett eingeschlafene Kontakte neu zu beleben. Es ist wichtig, dass Du wenigstens ab und zu rausgehst und wieder das Leben spürst.

Deine Sportgruppe: bewege Deinen Körper und werde glücklich

In der Krise ist Bewegung sehr wichtig. Durch Bewegung werden Glückshormone produziert, die sich positiv auf Deine Stimmung auswirken. Du brauchst nicht gleich zum lokalen Lauftreff gehen und Marathon laufen. Vielleicht gibt es einen Yoga-Kurs in Deiner Nähe oder Du findest einen Tanzkurs im Umkreis. Tanzen kann man übrigens auch sehr gut ohne Partner: Hip-hop, Jazzdance, Zumba, Bauchtanz – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Wenn Du wenig Geld hast, probiere die Kneipp-Vereine oder lokalen Sportvereine aus. Da gibt es für einen geringen Beitrag oft ein vielfältiges Angebot.

Wenn Du überhaupt keine Lust auf Sport hast, suche Dir einen Entspannungskurs, wie z.B. Progressive Muskelentspannung, Feldenkrais oder Meditation. Wichtig ist, dass Du überhaupt etwas für Dich tust.

Starte noch heute mit der Zusammenstellung Deines persönlichen Anti-Krisen-Projektteams

Mach noch heute den ersten Schritt zu Deinem Projektteam:

  • Ruf eine Freundin an und arrangiere ein Treffen.
  • Recherchiere im Internet nach möglichen Sportarten für Dich.
  • Erstelle eine Liste von Coaches oder Psychotherapeuten in Deiner Nähe, die Du anrufen willst.
  • Mach einen Termin bei Deinem Hausarzt, um ihm oder ihr Deine Lage zu erklären und um Hilfe zu bitten.

Und? Was möchtest Du als Erstes tun? Oder bist Du bereits aktiv geworden? Was war Dein erster Schritt, um Dein persönliches Anti-Krisen-Projektteam zusammen zu stellen?

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 15. September 2016 auf meinem ehemaligen Blog „Krone-richten“.