Meine Berufung finden: 5 Lieblings-Übungen

Berufung finden

Titelbild: pixabay.com

Bewaffnet mit dem besagten Buch, machte ich mich also auf den Weg, meine Berufung zu finden. Ganze vier Wochen hab ich mir dafür Zeit gelassen und keine einzige Übung ausgelassen. Das Buch enthält eine Vielzahl an Übungen, deren Ergebnisse sich am Schluss zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Hier zeige ich Dir die fünf, die ich am effektivsten finde.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen. Mir hat es sehr geholfen, Klarheit darüber zu bekommen, was ich wirklich will.

 

Berufung: was soll das denn jetzt eigentlich genau sein?

Zu dem Thema findet man mittlerweile viel Literatur und einige Blogs und Webseiten im Netz. Dabei hat jeder Autor eine andere Sichtweise. Aus verschiedenen Definitionen hab ich für mich meine eigene, persönliche Erklärung gestrickt:

Berufung hat faktisch nichts mit “Beruf” zu tun. Es ist zwar die “Königsklasse”, unsere Berufung zum Beruf zu machen, aber im Grunde lässt sich die Berufung auch anders ausleben: in Form von Hobbys, Freizeit oder freiwilligem Engagement. Es kommt darauf an, herauszufinden, wo und wann wir in unserem bevorzugten “Seins-Zustand” sind  und uns für die Erreichung dieses Zustands soviel Zeit in unserem Leben einzuräumen, dass wir glücklich sind. Unser Ziel ist also, alle Aspekte die uns wichtig sind in unser Leben zu integrieren.

Dabei fragen wir uns, was ist der Kern des Ganzen? Und auf welchen Wegen können wir diesen Kern nach Außen bringen?

Zu theoretisch? Hier sind ein paar handverlesene Übungen, die ich auf dem Weg zu meiner eigenen Berufung gemacht habe. Wenn Du auch gerade nicht weißt, was Du eigentlich willst, können die Übungen sehr hilfreich sein.

Das Prinzip ist immer das Gleiche: Du schreibst alles auf, markierst dann die 3 für Dich wichtigsten Begriffe und bringst alles in eine Reihenfolge.

 

Übung 1: Beschreibe Deinen bisherigen Weg

Bei der Übung geht es nicht darum, stur Deinen Lebenslauf herunterzurattern. Es geht vielmehr darum, Dir darüber klar zu werden, was Du alles kannst und bisher schon gemacht hast. Wenn Du so denkst wie ich, bist Du vielleicht der Ansicht, Du kannst nichts oder nicht genug. Vielleicht haben Dir Menschen in Deinem Umfeld dies auch direkt oder indirekt vermittelt. Dabei ist dann dieser Glaubenssatz “Ich kann ja sowieso nichts” entstanden.

Dadurch, dass Du also alles aufschreibst, was Du kannst und gemacht hast – alle Ausbildungen, jede Berufserfahrung, jede Fähigkeit, jede Sportart – wirst Du Dir Deiner Stärken wieder bewusst. Danach überlegst Du, bei welchen Tätigkeiten Du die größte Freude hast/hattest. Oft hatten wir rückblickend den meisten Spaß in Praktika oder Nebenjobs. Daran gilt es, sich zu erinnern.

Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich mich am wohlsten gefühlt habe, wenn ich mit kreativen Menschen und kreativen Prozessen zu tun hatte und wenn ich Pläne und Strategien entwerfen durfte. Das war zum Beispiel in einem Praktikum in einer Werbeagentur der Fall und in meinem Job als Online-Mediaplaner, wenn ich mit der Kreativagentur gemeinsam Strategien für meine Kunden entwickelt habe.

Meine 3 Begriffe sind also: Kreativität, Planen und Strategie

 

Übung 2: Gehe zurück in Deine Kindheit

Das ist meine erklärte Lieblingsübung. Überlege Dir, was Du als Kind gerne gemacht hast. Welche TV-Sendungen mochtest Du? Welche Bücher hast Du gelesen? Womit und was hast Du gespielt? Mach eine Liste und überlege dann, was davon Du ins Erwachsenenleben “herübergerettet” hast. Welche Dinge haben es nicht geschafft und wollen noch integriert werden?

Meine Liste bei dieser Übung war ewig lange. Ich hatte großen Spaß dabei, mich an die alten Spiele, Bücher und Filme zu erinnern und hab bei dieser Gelegenheit ein paar alte Serien bei Youtube geschaut.

Du kannst bei der Übung also richtig tief in Erinnerungen schwelgen. 🙂

Ich habe z.B. immer gerne gemalt, Märchen und Detektivgeschichten gelesen und von anderen Welten geträumt. Mit einer Freundin hab ich immer die Narnia-Geschichte nachgespielt. Ich hätte gerne Ballett tanzen gelernt, habe mich das aber nie getraut, weil ich dachte ich bin zu groß und zu schwer dafür. (ich habe mich also schon als Kind selbst mit unwahren Glaubenssätzen sabotiert, merkst Du?)

Die Märchen und anderen Welten habe ich in Form von Fantasy-Büchern und -Serien ins Erwachsenenleben integriert. Meinen Ballettwunsch erfülle ich mir regelmäßig – in abgeänderter Form – beim Bauchtanz. Das habe ich mich allerdings auch erst mit 35 Jahren getraut. Erst da war ich in der Lage, mich und meinen Körper so zu akzeptieren wie ich bin. Zusätzlich integrieren möchte ich die Kunst und das Malen, wobei mir dabei immer mein Perfektionismus im Weg steht.

Die Detektivgeschichten spielten ebenfalls eine große Rolle in meiner Kindheit. Besonders auch die mystisch angehauchten mit alten Häusern und Schätzen, die es zu finden galt. Wir hatten sogar eine eigene Detektiv-Gruppe (die 3 Ausrufezeichen – sehr originell 😉 ). Ich ging also schon immer gerne Dingen auf den Grund und liebte es, Geheimnisse zu ergründen.

Meine 3 Begriffe in dieser Übung: Tanzen, Märchen, Geheimnis


Übung 3: Finde Deine 3 Lebensmotive

Die Übung beruht auf der Arbeit des Motivationsforschers Steven Reiss. Er definiert 16 grundlegende Lebensmotive, die uns antreiben: Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparsamkeit, Ehre, Idealismus, Beziehungen, Familie, Status, Rache, Eros, Essen, Aktivität und Ruhe. Von diesen grundlegenden Lebensmotiven wählst Du Dir die 3 aus, die für Dich zur Zeit die größte Bedeutung haben.

Diese Übung hat mir die Augen am meisten geöffnet. Meine 3 zentralen Lebensmotive sind Ruhe, Beziehungen und Unabhängigkeit

Diese stehen im krassen Gegensatz zu meinem bisherigen Berufsleben, welches aus stressigen Deadlines, Menschen mit Ellbogenmentalität und lauten Großraumbüros bestand.

Bei dieser Übung wurde mir schlagartig klar, dass ich auf keinen Fall wieder einfach in den nächsten Angestelltenjob wechseln darf, wenn ich nicht mehr gegen meine persönlichen Werte leben möchte.

Meine 3 Lebensmotive sind also: Ruhe, Beziehungen und Unabhängigkeit

 

Übung 4: Was sind Deine größten Interessen?

Meiner Meinung nach die leichteste Übung. Welche Bücher, Zeitschriften, TV-Sendungen, Kinofilme magst Du? Welche Hobbys hast Du oder würdest Du ausüben, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden?

Ich mache gerne Yoga und geführte Meditationen/Fantasiereisen. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würde ich regelmäßig auf Yoga Retreats an wunderschönen Orten fahren. Außerdem beschäftige ich mich auch mit spirtuellen Themen und möchte diesem Thema mehr Raum in meinem Leben einräumen. 

Ich liebe Bücher über psychologische Themen und Persönlichkeitsentwicklung. Ich möchte wissen, warum Menschen so sind wie sie sind? (inklusive mir selbst) Wo, wie und warum wird unsere Persönlichkeit geprägt? Wie kommt es, dass manche Menschen in die Depression rutschen und andere nicht? Warum sind manche Menschen soviel belastbarer als andere? Was hat das alles mit unserer Kindheit zu tun und welche Möglickeiten gibt es für uns, ein besseres Leben zu führen und uns so zu akzeptieren, wie wir sind? Mit all unseren Schwächen und unserer persönlichen Geschichte.

Meine 3 Begriffe in dieser Übung: Psychologie, Lebenshilfe, Entspannung

 

Übung 5: Dein idealer Tag und die 5-Leben-Übung

Hier packe ich zwei verschiedene Übungen in eine, weil beide Übungen nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren.

Beim idealen Tag lässt Du vor Deinem inneren Auge Deinen perfekten (Arbeits-)Tag ablaufen. Schließe die Augen und stell Dir genau vor, was den ganzen Tag über so passiert und wie Du Dich dabei fühlst. Mit wem bist Du zusammen? Mit wem, was und wo arbeitest Du? Was machst Du nach Feierabend und in Deiner Freizeit? Stell Dir auch genau die Umgebung vor? Wohnst Du in einem Haus oder einer Wohnung? In der Stadt oder auf dem Land? Wie sieht Dein Abend aus? Schreibe alles genau auf. Alles ist möglich.

In der 5-Leben-Übung stellst Du Dir vor, Du hättest 5 unterschiedliche Leben zur Verfügung. Was würdest Du tun? Wer wärst Du? Auch hier sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Mal Dir Deine Leben genau aus. Du kannst Schauspielerin, Rockstar, Schriftstellerin oder Nonne sein. Es gibt keine Grenzen.

Bei der Übung ist es wichtig, zu wissen, dass Du hier alles symbolisch sehen musst. Wenn Du vor Deinem inneren Auge ein Haus am Meer siehst, muss das nicht heißen, dass Du wirklich ein Haus am Meer besitzen möchtest. Frag Dich, wie Du Teile davon integrieren kannst. Vielleicht machst Du bald mal wieder Urlaub im Süden.

Wenn Du in einem Deiner Leben ein buddhistischer Mönch bist, sehst Du Dich vielleicht nach Ruhe und mehr Spiritualität in Deinem Leben. Finde Möglichkeiten, Dir zu geben, was Dein Unterbewusstsein sich wünscht. Du kannst z.B. meditieren und Dich in einem Yoga-Kurs anmelden.

Ich war in meinen 5 Leben Tänzerin, Schamanin, Psychologin, Archäologin und Autorin.
In meinem idealen Tag arbeitete ich als Coach und malte und tanzte in meiner Freizeit. 

Das Große Ganze: Der perfekte Job?

Es geht bei den Übungen nicht nur darum, am Ende einen perfekten Job für sich zu finden. Es geht darum alle wichtigen Teile von sich, in sein Leben zu integrieren.

Viel wichtiger noch als dabei auf ein Ergebnis hinzuarbeiten, finde ich den Prozess an sich. In den Übungen begibt man sich auf eine intensive Reise zu sich selbst. Dabei habe ich lang vergessene Träume und Erinnerungen wieder ausgegraben. Nach und nach kristallisierten sich Aspekte meiner Persönlichkeit heraus, die ich vernachlässigt oder unterdrückt hatte.

Bei mir zeigte sich immer wieder mein Interesse für Persönlichkeitsentwicklung und psychologische Themen. Aber auch, dass für mich strategisches Denken und Planen (Marketing) ebenso wichtig ist. Auch das Thema Kunst, Schreiben und Tanzen spielte immer wieder eine große Rolle. Aspekte, die ich wieder mehr in meine Freizeit integrieren möchte. Und es zeigte sich in allen möglichen Facetten immer wieder meine große Sehnsucht nach Unabhängigkeit und Ruhe.

Was das für meinen Traumjob heißt, weiß ich gerade noch nicht. Es sieht aber so aus, als müsste ich zwei sehr unterschiedliche Interessen – Persönlichkeitsentwicklung und Marketing? – zusammenbringen. Ich versuche, mich nicht zu stressen und das Ganze entspannt anzugehen.

Mal sehen, was zu mir kommt…

Es würde mich brennend interessieren, welche Erfahrungen Du auf der Suche nach Deiner Berufung machst oder gemacht hast. Glaubst Du an das Prinzip “Berufung”? Schreib mir gerne ein kurzes Kommentar zum Artikel.

 

Anm.: Dieser Artikel erschien ursprünglich am 2. Dezember 2016 auf meinem ehemaligen Blog “Krone-richten”. 

 

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