Meine Berufung finden: Ich mache mich mal auf den Weg…

Weg zur Berufung

Titelbild: pixabay.com

Zurück aus Irland war die Zeit gekommen, zu überlegen, wie es denn nun beruflich für mich weitergehen sollte. Mittlerweile war Juli 2016 und ich hatte keine Idee, was ich eigentlich wollte.

Dafür hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was ich nicht (mehr) wollte:

  • Ich wollte mich nicht mehr verstellen müssen.
  • Ich wollte keiner Ellbogenmentalität mehr ausgesetzt sein.
  • Ich wollte nicht mehr gezwungen sein, etwas zu tun, was ich im Grunde meines Herzens gar nicht möchte.

Ich unterhielt mich in der Zeit sehr viel mit meinen Freunden über dieses Thema. Irgendwann traf ich eine Freundin, die gerade nach einer längeren Auszeit-Phase wegen Burnouts eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie gemacht hatte. Ich hörte aufmerksam zu, weil ich mich auch schon immer für Psychologie interessiert habe und gerne auch Psychologie studiert hätte. Mittlerweile war meine Freundin die Besitzerin einer eigenen Praxis, bot Psychotherapie und Paartherapie an und hatte sich auf das Thema Hochsensibilität spezialisiert. Sie wirkte sehr ausgeglichen und zufrieden und ich war fast ein bisschen neidisch. Irgendwann sagte sie dann den entscheidenden Satz:

„Es fühlt sich jetzt alles eher nach Berufung an.“

Bämm! Das war es! Dieses Wort brannte sich in mein Bewusstsein. Den ganzen Abend konnte ich an nichts anderes mehr denken:

Deiner Berufung folgen – Ja, das wär’s doch!

Direkt am nächsten Tag startete ich meine Internetrecherche zum Thema „Berufung finden“.

Als eingefleischter Selbsthilfebuch-Junkie war ich sehr happy, das passende Buch zum Thema zu finden: Finde den Job, der dich glücklich macht – von der Berufung zum Beruf (von Angelika Gulder). Das Buch enthält zahlreiche Übungen, die großen Spaß machen. Am Ende fügen sich die Ergebnisse der Übungen zu einem großen Ganzen zusammen. Klare Empfehlung!

Ich weiß, die Geschichte mit der Berufung klingt schon etwas esoterisch. Aber im Grunde bedeutet es nichts anderes, als das zu tun, was Dich glücklich macht. Die meisten von uns wissen bewusst oder unbewusst schon lange, was das sein könnte. Trotzdem finden wir immer wieder Ausreden, warum wir jetzt gerade nicht unseren Träumen folgen können: kein Geld, keine Zeit, zu jung, zu alt, zu dick, zu dünn usw. Und deshalb quälen wir uns täglich zu unserem „Brot-Job“, weil wir denken, dass wir keine andere Wahl hätten.

Natürlich meldeten sich immer wieder diese fiesen kleinen Stimmen im Kopf:

  • Berufung? Sorry, aber was soll das bitte sein?
  • Haha! Und wie willst du damit Geld verdienen?
  • Folge du nur deiner Berufung – Ich besuche dich dann in der Gosse!

Aber ich beschloss, trotz der Zweifel, das jetzt zumindest mal herauszufinden.

Deine Berufung zu kennen, muss ja nicht gleich heißen, dass man sofort das ganze Leben umstellen muss, richtig?!

Ich kaufte mir ein großes schönes Notizbuch und schrieb in großen Buchstaben

„MEIN AUSZEIT-BUCH“

auf die erste Seite. Und machte mich also daran, meine Berufung zu finden.

 

Anm.: Dieser Artikel erschien ursprünglich am 5. November 2016 auf meinem ehemaligen Blog „Krone-richten“.